Die Schülerfirma der Elisabethschule hat Grund zu feiern. Seit nunmehr 15 Jahren wird diese Projektidee erfolgreich in den elften und zwölften Klassen (Bereich Geistige Entwicklung) umgesetzt.

 

2005 nahm alles seinen Lauf, als Frau Hänschen in Zusammenarbeit mit Frau Dellwisch, Frau Zinnecker und Herrn Godzieba dieses Projekt startete. Schnell sprang auch Frau Blömer auf und initiierte kurze Zeit später den Frühstücksservice für die Kolleginnen und Kollegen.

 

Jeden Mittwoch finden sich seither die Jugendlichen für 4 Stunden in verschiedenen Arbeitsbereichen zusammen. Es werden verschiedene Speisen zubereitet und verkauft, es wird gewerkelt, gebastelt und getöpfert. Waren werden präsentiert, Rechnungen geschrieben, Verkaufsgespräche geführt u. v. m.

 

2006 startete die Schülerfirma zunächst mit zwei Abteilungen: Dem Hauswirtschaftsbereich und dem Holzbereich. 2008 kam der Kreativbereich hinzu. 2020 dann noch als tolle Ergänzung der Tonbereich (ursprünglich Marienschule Lohne).  Die Jugendlichen haben somit aktuell die Möglichkeit sich interessengeleitet für die Mitarbeit in einem der vier Bereiche zu entscheiden und dort jeweils für ein Halbjahr mitzuwirken. Um einen ersten Einblick in die Arbeit der Zweige zu erhalten, absolvieren sie im 10. Schulhalbjahr ein Tagespraktikum in jedem Bereich.

 

Was sie dort erwartet? Wir stellen die vier Bereiche einmal vor:



Hauswirtschaft

  • Wöchentliche Zubereitung verschiedener Speisen (belegte Brötchen, Pizzaschnitten, Waffeln und Obstsalat)
  • Verkauf am Mittwoch in der 1. großen Pause an das Lehrerkollegium
  • Herstellung von Kuchenangeboten auf Vorbestellung
  • Planung und Organisation eines Frühstücksangebots zu verschiedenen Anlässen (Geburtstage, Jubiläen o.ä.)
  • Reflexion, Planung, Abrechnung und Buchführung zu den verschiedenen Angeboten

Aufgrund der derzeitigen Situation ist das Angebot im Hauswirtschaftsbereich derzeit auf einen Bestell- und Lieferservice reduziert worden.



Holzbereich

  • Herstellung von saisonalen Produkten zu Weihnachten oder Ostern wie z.B. Teelichthalter oder Osterhasen
  • Produktion von Gartenprodukten (z.B. Insektenhotels und Nistkästen)
  • Produktion von Dekoprodukten (z.B. saisonale Steelen, Blumenvasen)
  • Produktion von Gebrauchsgegenständen (z.B. Kochbuchhalter, Schneide-bretter, Stifteständer)
  • individuelle Anfertigungen für Schule und einzelne SchülerInnen (z.B. Aufbewahrungskästen für Material, Fußbänke)
  • Abrechnung bzw. Buchführung


Kreativ-Bereich

  • Herstellung von saisonalen Produkten wie z. B. Weihnachtskarten oder österliche Artikel, wobei nach Möglichkeit größere Aufträge von z. B. externen Betrieben eingenommen werden, so dass in Serie produziert werden kann
  • Anfertigung und Verkauf von Schmuck aus verschiedenen Materialen (z. B. Cabochon- Schmuck, Nespresso- Schmuck) – verkauft wird
  • Produktion von Geschenkverpackungen, Geschenkrahmen und Karten zu verschiedenen Anlässen, wobei auch individuelle Anfragen Berücksichtigung finden
  • Planung, Organisation und Reflexion von verschiedenen Verkaufsaktionen (Schulfeste, StadtgARTen Vechta, Pfarrfest Maria –Frieden etc.)
  • Abrechnung bzw. Buchführung


Ton-Bereich

  • Fertigung von saisonalen Dekorationsartikeln (z. B. Garten- und Blumenstecker, Tonfiguren, Weihnachtliches wie Sterne, Kerzenständer, Tannenbäume, Wichtel)
  • Aneignung und Erprobung des Umgangs mit Ton und seinen Eigenschaften
  • Gestaltung von effektiven, produktiven Arbeitsabläufen
  • Planung, Organisation und Durchführung von Produktpräsentationen und Verkäufen
  • Abrechnung und Buchführung



 

Aktuell besteht die Schülerfirma aus 26 Schülerinnen und Schülern und 8 Lehrerinnen und Lehrern. Wechselnde Mitarbeiter gehen mit der Projektidee einher - die Zielsetzungen  sind in allen Bereichen die Gleichen und haben sich in den 15 Jahren nicht verändert:

 

Durch gemeinsames Arbeiten werden Schlüsselqualifikationen wie Selbstständigkeit und Teamfähigkeit vermittelt. Die Übernahme von Verantwortung hat in realen Bezügen eine ganz besondere Qualität. Sie fördert und bedingt Zuverlässigkeit, Ausdauer, Vertrauen in sich selbst und auf Andere, sie übt Kritikfähigkeit, Konfliktfähigkeit, baut Toleranz und Akzeptanz auf. Zudem können die Jugendlichen interessengeleitet wählen, in welchem Bereich sie für ein Schulhalbjahr mitarbeiten möchten und anschließend ihre Wahl reflektieren als Hilfe für die berufliche Orientierung. Durch die Arbeit in realen Arbeitsbezügen sammeln sie Praxiserfahrungen und entwickeln sich so in ihrer Berufsfähigkeit ein Stück weiter. Außerdem gibt es Einblicke in wirtschaftliche Zusammenhänge: Die Schüler sind auch direkt am Einkauf der notwendigen Materialien und Zutaten und der anschließenden Abrechnung beteiligt. Kassen werden geprüft, Rechnungen geschrieben und Kassenbücher geführt.

 

Und was passiert mit den Einnahmen?

 

Zunächst werden natürlich Investitionen getätigt. Neues Arbeitsmaterial, neue Gerätschaften und Maschinen werden angeschafft und die Schülerfirma kann sich somit weiterentwickeln. Darüber hinaus wird seit 2014 über die Organisation „Plan International“ ein Patenkind in Timor Leste unterstützt.

 

Nicht zuletzt dürfen die Schülerinnen und Schüler die Erfahrung machen, aus ihrer Leistung Gewinn zu ziehen und zu profitieren: Einmal im Jahr steht ein Betriebsausflug auf dem Programm (natürlich nur, wenn Schulfahrten möglich und erlaubt sind). In der Weihnachtszeit geht es in ein örtliches Cafe für ein gemeinsames Frühstücksbuffet und darüber hinaus können sich die Jugendlichen mit kleinen Geschenkgutscheinen auch mal einen kleinen Wunsch z. B. in der örtlichen Drogerie erfüllen.

 

Alles in allem ist die Schülerfirma sowohl bei den Schülerinnen und Schülern als auch bei den beteiligten Kollegen ein anerkanntes Projekt, dem alle mit viel Engagement und Motivation begegnen. So sind wir gespannt auf die nächsten 15 Jahre!

 

April 2021



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